Saturns Monde - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

Dr. Christian Pinter
Beobachtungstipps
Astronomische
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Saturnmonde
Die wichtigsten Monde des Saturn wurden nach und nach entdeckt. Christiaan Huygens fand 1655 den Riesenmond Titan, den schon kleine Instrumente ganz problemlos zeigen (Foto links).
Giovanni Cassini stieß 1671 auf den Japetus und 1672 auf die Rhea. Auch sie sind mit Amateurmitteln noch recht einfach zu erkennen. Leicht vom Glanz des Planeten überstrahlt werden hingegen die kleineren Monde Tethys und Dione, die Cassini 1684 nachreichte. Für sie wird man Geräte mit 12 bis 15 cm Öffnung brauchen.

Japetus ist allerdings ein ganz spezieller Fall. Schon Giovanni Cassini bemerkte: Dieser Mond ist in westlicher Elongation deutlich einfacher als in östlicher zu sehen. Wie Cassini richtig vermutete, besitzt der Mond zwei unterschiedlich glänzende Hemisphären. Er wendet dem Saturn außerdem immer die selbe Seite zu. Auf die helle Hemisphäre schauen wir, wenn er sich möglichst weit rechts vom Saturn befindet (links im umkehrenden Fernrohr). Diese größte westliche Elongation erreicht der Mond heuer am 18. August. Er ist um diesen Termin herum 10,5 mag hell. Das sollte reichen, um ihn zu erspähen.

Grob zehn Tage vor bis nach genanntem Datum bleiben die Bedingungen günstig. In der östlichen Elongation sinkt seine Helligkeit auf ein Fünftel. Da beißt man sich leicht die Zähne an ihm aus.
Saturn ist auf dieser Aufnahme völlig überbelichtet. Dafür  treten fünf seiner Monde hervor.


Wilhelm Herschel stöberte 1789 den Enceladus und den Mimas auf. Übrigens dachte sich all die bislang genannten Mondnamen sein Sohn John aus.

Für den sehr interessanten Enceladus sind normalerweise Geräte um 30 cm Durchmesser nötig. Vielleicht erhaschen Sie einen Blick auf ihn.
Mit der Digitalkamera am Teleskop ist es jedenfalls recht einfach, auch den lichtschwachen Enceladus einzufangen.
Und hier kommen gleich sechs Saturnmonde ins Bild: Titan, Enceladus, Tethys, Dione, Rhea und Japetus! Man beachte Titans wärmeren Farbton.
Es geht noch besser: 7 auf einen Streich. Fotografiert mit der EOS 1000 im Fokus des LX90 (2000 mm Brennweite).
Selten genug blicken wir genau von der Seite her auf die Bahnebenen der Monde. Dann ziehen sie aus unserer Perspektive mitunter sehr eng aneinander vorbei. Heuer und in den nächsten Jahren ist das leider nicht der Fall. Zu halbwegs intimen Begegnungen (Abstand 4 bzw. 5") kommt es zwischen Dione und Tethys, und zwar am:

  • 17.05.2020 um 04:20:13 MESZ
  • 11.07.2020 um 00:32:39 MESZ
  • 03.09.2020 um 21:46:51 MESZ

  • Ähnlich wie die Jupitermonde können auch die Saturnmonde in manchen Jahren Schatten auf den Planeten werfen, vor seiner Kugel vorbeilaufen oder in Saturns Schatten verschwinden. Das wird zwischen 2022 und 2027 sehr häufg geschehen.

    Meines Wissens sind solche Ereignisse mit Amateurmitteln unbeobachtbar. Der Mond- bzw. Mondschattendurchmesser bleibt selbst bei der vergleichbar großen Rhea unter 0,24". Nur beim Riesenmond Titan (scheinbarer Durchmesser maximal um 0,8") könnte es gelingen, den Schatten auf der Saturnkugel nachzuweisen, speziell mit fotografischen Mitteln. Auf Titans Schattenwurf müssen wir leider bis 2024 warten.

    (Die Schattendurchmesser der vier großen Jupitermonde sind deutlich größer und erreichen Maximalwerte zwischen 1,0 und 1,7")
    Beobachtungsaufgaben
    Erspähen Sie Saturns Riesenmond Titan im Fernrohr ? Besitzt sein Lichtpünktchen einen pastellhaften Farbton in größeren Instrumenten? Wie würden  Sie diesen beschreiben - rosafarben, leicht orange getönt? Machen Sie weitere  Monde aus ? Vielleicht sogar den sehr schwierigen Enceladus?
    Software für Saturnbeobachter
    Guide 9.0
    Das kommerzielle Planetariumsprogramm  zeigt unter anderem auch die aktuelle Position der Saturnmonde an.

    WinJUPOS
    Das kostenlose Programm von Grischa  Hahn berechnet auch die Ephemeriden vom Erdmond, den Planeten und deren Monden.  So stellt es auch die Mondpositionen dar. Unter dem Menüpunkt "Programm" wählen  Sie dort "Himmelskörper" und dann "Saturn" aus, unter dem Menüpunkt "Werkzeuge"  wählen Sie "Ephemeridenberechnung". Vermutlich müssen Sie aus dem Bild  hinauszoomen, um auch die Monde zu sehen (Website und  Download)

    Javascript Utility von S&T
    Die Zeitschrift Sky  & Telescope bietet eine Website mit einer entsprechenden Utility. (Website)

    Occult
    Das kostenlose Occult zeigt unter  anderem die Positionen der Planetenmonde (Website und Download)

    High Precision Ephemeris Tool
    Das High Precision Ephemeris Tool ist jetzt wieder erhältlich. Es kalkuliert z.B. auch enge Begegnungen der Planetenmonde. Die neue kostenlose Version läuft mit einschränkenden Lizenzbedingungen auch unter Win 7 (Website und Download). Ich besitze noch die ältere Kaufversion.
    Folgenreiche Erkenntnisse

    Mein Buch Helden des Himmels geht sehr ausführlich auf die philosophischen und religiösen Implikationen der Galileischen Beobachtungen ein.

    Ich lege es Ihnen ganz besonders ans Herz.

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