YORP-Effekt
Der YORP-Effekt ist mit dem Jarkowski-Effekt verwandt. Hier geht es aber nicht um die Umlaufgeschwindigkeit, sondern um die Eigenrotation des Asteroiden.Da Kleinkörper oft stark von der Kugelgestalt abweichen, wird die Wärmestrahlung nicht von allen Teilen der sonnenzugewandten Seite auf die gleiche Weise abgegeben. Dies kann die Rotationsgeschwindigkeit des Objekts mit der Zeit verlangsamen oder beschleunigen. Genau das ist der YORP-Effekt.Ein Körper wird zerrissen
YORP ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den Familiennamen Yarkovsky, O'Keefe, Radzievskii, Paddack. Sie waren an der Erforschung des Effekts beteiligt.Auch hier sind massenarme Objekte stärker betroffen als massenreiche. Im Extremfall wirbelt der Himmelskörper irgendwann so schnell um seine Achse, dass ihn die Fliehkraft auseinander reißt.So einen Vorgang hat man 2013 tatsächlich an einem 800 m durchmessenden Asteroiden beobachtet: Er zerbarst in 13 nachweisbare Fragmente.Bei lose aufgebauten Asteroiden geschieht dies, sobald die Rotation schneller ist als 2,2 Stunden. Auch Saint-Exupérys Kleiner Prinz würde, hüpfte er auf eine solche Welt, gleich wieder fortgeschleudert.Objekte die dennoch schneller rotieren als diese 2,2 Stunden, müssen ungewöhnlich solide gebaut sein, gleichsam "wie aus einem Stück gehauen". Das trifft mit Sicherheit für die Rekordhalter im Ranking der superschnellen Rotierer zu: Diese 16 Objekte wirbeln alle 2,2 Stunden bis alle 13 Minuten um die eigenen Achsen. Der Kleinplanet 2025 MN45 braucht für eine komplette Umdrehung nicht einmal 2 Minuten.Über den YORP-Effekt könnten etliche der bekannten Doppelasteroiden und Asteroidenmonde entstanden sein. Hier kreisen zwei oder drei Objekte umeinander.