Uranus - Monde
Seit Simon Marius und Johannes Kepler wählte man zur Benennung von Planetenmonden passende Figuren aus der antiken Mythologie aus. Uranus tanzt da aus der Reihe: Seine Monde wurden nach Charakteren aus einem Gedicht von Alexander Pope, vor allem aber nach Figuren aus Shakespeare-Stücken getauft.
Fern der Stadt mögen die aller größten Uranusmonde in einem sehr leistungsfähigen Amateurteleskop gerade noch zu erahnen sein. Voraussetzungen: Dunkler Himmel, hohe Vergrößerung (um den Himmelshintergrund noch mehr einzudunkeln) und indirektes Sehen. Am ehesten erspäht man wohl Titania und Oberon, die beide um 14 mag Helligkeit erreichen. Ariel ist fast eine halbe, Umbriel eine ganze Größenklasse schwächer.
Die Programme Guide und WinJUPUS (hier beim Uranus-Bildchen herauszoomen!) zeigen die aktuelle Stellung der Monde relativ zum Uranus an. Die US-Zeitschrift Sky & Telescope macht dies auf ihrer interaktiven Webseite Moons of Uranus.
5 Monde - die Miranda mit ihren 16,5 mag ertrinkt fast in Uranus' Glanz
Erscheinungen im Mondsystem des Uranus
Die Rotationsachse des Uranus ist um 98° gekippt. Ebenso die Mondorbits. Wir blicken demnach unter einem langsam wechselnden Winkel auf die Mondbahnen. Meist schauen wir schräg von oben bzw. unten drauf.
Nur zweimal pro Uranusumlauf, alle 42 Jahre, kommt es zur Kantenstellung: Drum herum gibt es Saisonen mit Ereignissen, wie wir sie aus dem Jupitermondsystem kennen. Die folgenden Termine wurden mit der australischen Software Occult berechnet.
Erst zwischen 2046 und 2053 ziehen Uranusmonde immer wieder vor dem Planetenscheibchen vorbei bzw. werden von diesem bedeckt. Gelegentlich werfen sie auch Schatten auf den Uranus: Die sind aber so winzig wie die Monddurchmesser selbst. Amateure werden wohl passen müssen.
Laut Occult verfinstert der Ariel die Miranda am 1.1.2028 um 18:17 UT (19:17 MEZ)
Ab 2047 kommt es zu gegenseitigen Bedeckungen und Verfinsterungen der Uranus-Monde.
Die Bahnneigung der kleinen Miranda (normale Helligkeit schlechter als 16 mag und somit bloß fotografisch erfassbar) unterscheidet sich ein wenig von jener der anderen Uranusmonde. Daher gerät sie laut Occult schon am 1.1.2029 um 19:17 MEZ in Ariels Schatten. Erneut geschieht dies am 27.1.2044. Die dazwischen liegende Verfinsterung vom 30.8.2043 ereignet sich für Europäer am Taghimmel und bleibt definitiv unbeobachtbar.
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