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Terminauswahl - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

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Dr. Christian Pinter
Astronomische
Beobachtungstipps
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Begegnungen am Nachthimmel - Auswahl an Terminen
Hier lesen Sie eine subjektive Auswahl interessanter Begegnungen. Im Extremfall bedecken die Gestirne einander sogar. Termine in der ersten Nachthälfte sind bevorzugt.
Der Mond mit Erdschein passiert die Plejaden (11.4.2024)
20. Juli 2026: 50 Jahre Viking 1 - Landung auf Mars

Der Lander der Viking 1 Mission ging am 20. Juli 1976 weich in Chryse Planitia nieder. Danach funkte die allerersten Bilder heim, die je auf der Marsoberfläche gewonnen wurden. Später folgte ihm Viking 2 (s.u.). 50 Jahre später steht Mars am Morgenhimmel im Stier. Nächster Oppositionstermin: 19. Februar 2027   


8./9. - 21./22. August: "Günstiges" Beobachtungsfenster für Pluto, Mitternacht

Noch einmal eröffnet sich die Chance, den fernen Pluto abzulichten. Weiter wird man mit Amateurmitteln in unserem Sonnensystem nicht kommen. Mit Teleskopen größerer Öffnung (z.B. 200 mm) klappt die Pluto-Fotografie sogar in Wien


12. August 2026: Venus in Dichotomie

Die Venus ist zur Hälfte beleuchtet (Daten nach der Software Guide) und erscheint uns unter einem Winkel von nur 24 Bogensekunden


12./13. August: Perseiden-Maximum ohne Mondlicht

Das Maximum dieses Meteorstroms findet in dieser Nacht statt: Es wird am 13.8.2025 vor 4 Uhr MESZ erwartet. Bei Neumond. Besser könnten die astronomischen Bedingungen nicht sein - aber nur, falls man einen sehr großen Bogen um Großstädte macht! Näheres hier


15. August 2026: Venus in größter Elongation

Die Venus erreicht den größten östlichen Winkelabstand zur Sonne mit 46 Grad. Sie sinkt am Westhimmel allerdings auch immer tiefer


15./16. August 2026: Mond unweit Venus

Der Mond weilt am Abend des 15. August weit rechts der Venus (7 Grad), am Abend des 16. weit links von ihr (6 Grad)


28. August 2026: Der Mond begegnet dem Erdschatten

Er taucht fast zur Gänze darin ein, es kommt in den Morgenstunden somit zu einer partiellen Kernschatten-Mondfinsternis. Leider geht der Mond zur Finsternismitte für Wiener unter. Näheres hier.


3. September: 50 Jahre Viking 2 - Landung auf dem Mars

Der Lander der Viking 2 Mission ging am 3. September 1976 in Utopia Planitia nieder. Nach Viking 1 (s.o.) sandte er die zweiten Bilder heim, die direkt auf der Marsoberfläche geschossen wurden. 50 Jahre später steht Mars am Morgenhimmel in den Zwillingen. Nächste Opposition: 19.2.2027   


26. September: Neptun in Opposition

Der fernste Planet weilt in den Fischen. Zum Oppositionstermin gesellt sich der Mond in rund 4 Grad Abstand dazu. Und der steht dann natürlich auch in Opposition zur Sonne, und ist damit ein Vollmond. Um Neptun als winziges Scheibchen wahrzunehmen, bedarf es eines Teleskops.


23. September: Jupitermondverfinsterung

In den nächsten Monaten kommt es zu engen Begegnungen, Bedeckungen und Verfinsterungen zwischen den Jupitermonden: Siehe die ausführliche Diskussion mit Listen der in Wien beobachtbaren Ereignisse.

Für September sei die Verfinsterung vom 23. heraus gegriffen. Der Mond Io wirft seinen Schatten auf den Mond Europa. Europas Helligkeit bricht deshalb um 0,9 mag ein. Das Schauspiel dauert keine fünf Minuten. Finsternismitte: 5:16 MESZ. Jupiter steht 23 Grad hoch im Osten.


29. September: Der Mond bedeckt Epsilon Arietis

Der Widderstern Eps Ari verschwindet gegen 23:57:33 MESZ (gilt Wien-Floridsdorf; die genaue Uhrzeit ist ortsabhängig. Es handelt sich um einen Dreifachstern. Die beiden helleren Komponenten stehen mit 5,2 und 5,6 mag in 1,3" gegenseitigem Abstand. Während der Sternbedeckung sollte man das Paar trennen können: Theoretisch, denn sie findet leider am hellen Rand des fast noch vollen Mondes statt. Höhe 42 Grad, Richtung Ostsüdsost.

Minuten später, kurz nach 00:11:00 MESZ (Wien-Floridsdorf) taucht das Paar wieder auf: Eigentlich am dunklen Mondrand, nahe dem lunaren Südpol. Dieser dunkle Rand ist dann allerdings extrem schmal, was die Beobachtung sehr erschwert. In jedem Fall benötigt man an diesem Abend ein Teleskop.


30. September: Mond nahe Plejaden

Die Plejadenbedeckung entgeht uns: Während sie zu Ende geht, klettern Mond und Siebengestirn erst über den Wiener Horizont. Im Fernglas macht man danach, z.B. gegen 21 oder 22 Uhr MESZ, den Erdbegleiter und den Offenen Sternhaufen gleichzeitig im Gesichtsfeld aus, recht tief in Nordnordost. Der Mond überstrahlt die Plejaden allerdings stark.


4. Oktober: Saturn in Opposition

Jetzt ist Saturn am größten und am hellsten. Im Sternbild Cetus (deutsch: Walfisch) macht man ihn unschwer mit freiem Auge aus. Das Fernglas unterstreicht dessen gelbliche Tönung. Im Teleskop erspäht man etwas dunklere Wolkenbänder und etwas hellere Zonen, den berühmten Ringschmuck sowie mehrere Saturnmonde. Zum Oppositionstermin kulminiert Saturn in Wien um 00:46 MESZ. Wegen der maximalen Höhe von 23 Grad setzen Turbulenzen in der Erdatmosphäre dem Fernrohranblick allerdings zu.

Gegenseitige Bedeckungen bzw. Verfinsterungen der Saturnmonde stehen leider erst wieder 2029 an. Wenigstens kommt es aber am 21.10.2026 gegen 21 Uhr MESZ zu einer halbwegs engen Begegnung der Saturnmonde Tethys und Dione. Der viel schwächere Mond Enceladus schaut dabei zu. Zur Beobachtung braucht es natürlich ein Teleskop: Höhe 33 Grad, Blickrichtung Südost.


5. Oktober: Mond nahe Mars

Zu Beginn der nautischen Dämmerung (5:52 MESZ in Wien) steht der Mond etwa 1 Grad oberhalb des Planeten Mars. Falls Sie ein Fernglas zur Hand haben: Der Offene Sternhaufen M44 (Krippe) weilt links unterhalb im gleichen Gesichtsfeld.


7. Oktober: Mond nahe Regulus

Am Morgen des 7. Oktober finden wir den alten, bereits wieder abgemagerten Mond nahe dem Löwenstern Regulus. Kurz nach dem Mondaufgang beträgt der gegenseitige Abstand weniger als ein Grad, zu Beginn der nautischen Dämmerung (5:55 MESZ in Wien) ist er auf 1,5 Grad angewachsen.


5., 12. und 29. Oktober: Jupitermonde verfinstern einander

Meine Seite der in Wien beobachtbaren Jupitermond-Ereignisse umfasst auch Verfinsterungen: Hier fällt der Schatten eines Jupitermondes auf einen anderen. Der letztere verliert somit an Glanz. Das geschieht in der zweiten Nachthälfte. Am 5. büßt die Io 1,1 mag ein, am 12. sind es 1,2 mag. Der Schatten der Kallisto raubt dem Ganymed am 29. Oktober sogar 1,5 mag.


11. und 12. Oktober: Mars wandert durch die Krippe

Der rote Planet Mars zieht durch den Offenen Sternhaufen M44, auch Praesepe oder Krippe genannt. Beste Beobachtungszeit: 4 bis 5 Uhr MESZ


15. und 31. Oktober: Jupitermonde bedecken einander

Im Oktober kommt es in der zweiten Nachthälfte zu extrem engen Konjunktionen zwischen Jupitermonden: Siehe die ausführliche Diskussion mit Listen der in Wien beobachtbaren Ereignisse. Am 15. Oktober bedeckt die kleinere Europa die größere Kallisto dabei ringförmig, am 31. überdeckt die Europa den Ganymed partiell - was sich in einem Lichtrückgang Ganymeds von 0,3 mag äußert.


21. Oktober: Saturnmonde Tethys und Dione in 2" Abstand zueinander

Um 23:04 stehen die beiden Saturnmonde Tethys und Dione nur 2" von einander entfernt westlich des Saturn. In den Stunden davor stört Saturns heller Ring bei der Beobachtung weniger stark


28. Oktober: Der fast noch volle Mond streift die Plejaden

Der Mond streift den Nordteil der Plejaden und bedeckt dabei mehrere Sterne dieses Offenen Haufens. Leider ist der Mond noch fast voll. Er bedeckt die Sterne mit seinem hellen Rand und gibt sie später am noch sehr schmalen dunklen Rand wieder frei. Der österreichische Himmelsalmanach 2026 listet das Wiedererscheinen von fünf Plejadensternen auf: 19 Tau, 18 Tau, 21 Tau, 22 Tau sowie SAO 76206.

In Wien geschieht dies am 28. zwischen 2:54 und 4:23 MEZ. Die exakten Zeitpunkte sind ortsabhängig. Der Mond steht dabei sehr hoch am Himmel, Blickrichtung Süden. Die Beobachtung erfordert ein Teleskop. Man sollte damit die extakten Austrittspunkte am Mondrand rechtzeitig anvisieren. Zur Vorbereitung empfehlen sich Programme wie Occult und GUIDE. Näheres dazu lesen Sie auf meiner Seite über Sternbedeckungen.
1., 4., 7., 8. und 11. November: Jupitermonde bedecken einander

An den genannten Terminen kommt es jeweils in der zweiten Nachthälfte zu fünf gegenseitigen, partiellen Bedeckungen der Jupitermonde: Dabei verschmelzen zwei Monde zunächst scheinbar, bevor es wegen der Überschneidung zu einem Lichtrückgang zwischen jetzt 0,1 und 0,3 mag kommt. Näheres hier.


3. November: Mond, Jupiter, Mars und Regulus in kurzer Linie

Gegen 2 Uhr stehen diese vier Gestirne hoch genug im Osten, um gemeinsam mit freiem Auge betrachtet zu werden: Unten der Regulus, darüber der Mond (grob im letzten Viertel), darüber wiederum Jupiter und ganz oben Mars. Zwischen Mars und Mond liegen gut 7 Grad, zwischen Mars und Regulus knapp 11 Grad. Im Fernglas erblickt man die vier Gestirne nicht gleichzeitig. Fotografen mögen versuchen, das Quartett mit einer Brennweite von 50 mm (APS-C-Sensor) und mehr festzuhalten.


8. November: Kallisto verfinstert Europa

Unter den zehn Jupitermondverfinsterungen im November sticht diese hervor. Um 2:02 MEZ wirft die Kallisto ihren Schatten auf die Europa. Der Glanz des Mondes Europa bricht um bemerkbare 0,7 mag ein. Näheres hier.


15. November: Mars bei Jupiter

Mitte November 2026 zieht der Mars am Jupiter vorbei. Beide Planeten passen gerade noch ins Gesichtsfeld eines sehr schwach vergrößernden Teleskops. Natürlich lässt sich das Duo auch freiäugig leicht erkennen. Hübscher ist der Anblick im Fernglas, da dieses auch den rötlichen Glanz des Mars unterstreicht. Um 5:45 beginnt die nautische Dämmerung: Der Himmelshintergrund hellt auf und bekommt dabei einen bläulicheren Teint.


25. November: Kallisto verfinstert Io

Die letzte der insgesamt zehn Jupitermondverfinsterungen des Monats November hat es in sich. Denn die Io büßt immerhin 1,7 mag ihres Glanzes ein: Das Minimum wird um 00:15:33 MEZ erreicht. Ein solcher Lichtrückgang fällt vor allem im Vergleich mit den anderen Jupitermonden auf. Näheres hier (die Liste dort ist in UT abgefasst und nennt daher: "2026 11 24   23 15 33".


25. November: Mars, Jupiter und Regulus in Dreieckskonfiguration

Nun bilden Mars (0,6 mag), Jupiter (-2,2 mag) und Regulus (Hauptstern des Löwen, 1,4 mag) ein rechtwinkeliges Dreieck. Die kürzeste Seite (Mars - Regulus) misst 1,8 Grad. Alle drei Gestirne passen gleichzeitig ins Gesichtsfeld eines Fernglases, sind freilich aber auch ohne optische Hilfsmittel gut zu sehen. Mit dem Einsetzen der nautischen Dämmerung gegen 6 Uhr MEZ erhält der grauschwarze Himmel einen bläulichen Ton.

Fotografen werden diese Begegnung wohl mit Objektiven bis f = 135 mm (APS-C-Sensor) einfangen wollen. Ohne Nachführung kann man mit dieser Brennweite 1,3 Sekunden lang belichten; dann verwandelt die Erdrotation himmlische Lichtpunkte zunehmend in Striche.


23. November: Epsilon Arietis wird bedeckt

Um 17:05:29 bzw. 17:05:31 MEZ (gilt für Wien-Floridsdorf) bedeckt der Mond den 4,7 mag hellen Stern Eps Ari. Der Mond steht 19 Grad hoch im Osten. Er ist fast voll, der dunkle Rand extrem schmal. Das erschwert die Beobachtung. Schade, denn der Widderstern besteht aus zwei Sternen (mit 5,6 und 5,2 mag) in 1,3" Winkelabstand. Wie OCCULT angibt, verschwinden die Komponenten in einem zeitlichen Abstand von 1,7 Sekunden. Näheres zu Sternbedeckungen lesen Sie hier.


25. November: Uranus in Opposition

Uranus ist der erste von zwei Planeten unseres Sonnensystems, der visuell am Teleskop entdeckt wurde. Wilhelm Herschel fand ihn am 13. März 1781. Hier lesen Sie Wissenswertes über Uranus, über seine Entdeckungsgeschichte oder über die Möglichkeiten, ihn selbst zu beobachten. Am 18. und 19. Dezember kommt es überdies zu einem ganz besonderen Jubiläum - siehe hier.


28./29. November: Zahlreiche Bedeckungen schwacher Sterne

In dieser Nacht durchschreitet der im Osten höher kletternde Mond den Offenen Sternhaufen M44, auch Krippe bzw. Praesepe genannt. Dabei bedeckt er ab 23 Uhr (Wien) etliche Sternchen, allesamt leider lichtschwach. Außerdem ist der Vollmondtermin nicht allzu lang her, weshalb die resultierenden Sternbedeckungen kaum beobachtbar am hellen Mondrand beginnen.

Zum Ende der Bedeckung erscheinen die Haufensterne dann am dunklen Rand wieder. Der Österreichische Astronomische Almanach listet allein zwischen 00:13 und 00:39 MEZ acht Bedeckungsenden auf. Davor und danach gibt es weitere. Diese Austritte sind besser mitzuverfolgen - allerdings muss man die jeweils betreffende Stelle am Mondrand rechtzeitig anvisieren. Wer die Be- bzw. "Entdeckungen" mitverfolgen möchte, sollte zur Vorbereitung die kostenlose Software OCCULT oder ein Desktop-Planetarium wie GUIDE benützen.


30. November: Der Mond trifft Mars, Regulus und Jupiter

In den letzten Minuten des Monats, knapp vor 24 Uhr, steht das Quartett aus Mond, Mars, Regulus und Jupiter hoch genug, um seine Beobachtung mit freiem Auge zu erlauben. Zwischen dem Mond (knapp vor dem letzten Viertel) und dem Jupiter erstrecken sich gut 9 Grad. Für das Fernrohrgesichtsfeld (typischerweise grob 5 Grad) ist das zu weit. Himmelsfotografen werden wohl ein 50 mm Objektiv einsetzen (gilt für APS-C-Sensoren).


6., 7., 12., 20. und 24. Dezember : Jupitermonde bedecken einander

An den fünf genannten Tagen kommt es zu gegenseitigen Bedeckungen der Jupitermonde: Dabei verschmelzen zwei Monde zunächst scheinbar, bevor sich - wegen der Überschneidung - ein Lichtrückgang bis zu 0,3 mag einstellt. Die Bedeckungen sind partiell; jene am 12. und 20. sogar ringförmig. Näheres hier.


2. Dezember: Ganymed verfinstert Europa

Auf den Jupitermond Europa fällt der Schatten des Ganymed. Weil Ganymed den größten Mond im Sonnensystem bildet, besitzt auch sein Schatten bemerkenswerte Ausmaße. Die Mitte der Verfinsterung tritt um 22:47:28 MEZ ein. Der Lichtrückgang bei Europa beträgt immer 1,2 mag.

Der Dezember wartet noch mit weiteren Ereignissen dieser Art auf. Lichtrückgange von 0,5 mag ergeben sich am 3.12. um 23:28, wenn die Europa die Kallisto verfinstert; ebenso am 10.12 um 1:58 MEZ: Da gerät die Europa abermals in Ganymeds dicken Schatten. Näheres hier. Siehe unbedingt auch: 31.12.!


14. Dezember: Geminiden-Maximum

Am 14. Dezember kreuzt die Erde den dichtesten Teil eines Staubrings, der wohl vom Kleinplaneten Phaethon stammt. Zahlreiche Geminiden-Sternschnuppen sind zu erwarten. Vor allem die Nacht vom 14. zum 15. Dezember  2026, und da speziell die Stunden zwischen 21 und 5:45 Uhr MEZ empfehlen sich. Voraussetzung für zahlreiche Sichtungen: Ein Platz fern der Stadt, eine liegende Beobachterposition und ordentlicher Kälteschutz.


18. und 19. Dezember: Uranus steht dort, wo ihn Flamsteed "übersah"

Am 23. Dezember 1690 sah John Flamsteed den damals noch unentdeckten Planeten Uranus - ohne sich dessen bewusst zu sein. Er hielt den Lichtpunkt für einen Fixstern und bestimmte dessen Position. So entging ihm eine Sensation.

Am 18. und 19. Dezember 2026 steht Uranus praktisch am gleichen Himmelsort im Stier, wo Flamsteed sein vermeintliches Fixsternchen loggte. Man kann dem königlichen Astronomen jetzt über die Schulter schauen, wenngleich mit 336 Jahre Verspätung. Hier lesen Sie näheres zu Uranus, zu den verpatzten "Vorentdeckungen" und zum genannten Jubiläum.


21. Dezember: Mars erreicht M95, M96 und M105

Der Planet Mars zieht bis Jahresende an drei berühmten Galaxien im Löwen vorbei. Der Abstand beträgt ein halbes bis eineinhalb Winkelgrad. Spielverderber ist der helle Mond, den wir am 21. erst um 4:44 MEZ und am 22. nicht vor 6:09 MEZ (Wien) los werden. Die astronomische Dämmerung setzt um 5:48 MEZ ein. In den folgenden Tagen stört der Mond noch mehr. Zur Beobachtung der Galaxien-Passage braucht es ein Teleskop.


21./22. Dezember: Der Mond streift die Plejaden

Der fast schon volle Mond streift, hoch am Himmel im Südwesten stehend, den Nordwestteil der Plejaden. Mehrere Sterne des Offenen Haufens werden bedeckt - das passiert zwar am dunklen Mondrand, doch der ist sehr schmal. Der Österreichische Astronomische Almanach listet allein vier Bedeckungen zwischen 23:44 und 00:07 MEZ auf (19 Tau, 18 Tau, 21 Tau und 22 Tau; Zeiten für den Raum Wien). Noch schwächere Sternchen ertrinken leicht im Licht des fast schon vollen Mondes. Hier lesen Sie näheres zu Sternbedeckungen.


31. Dezember: Ganymed verfinstert die Io gleich zweimal

Das Jahr klingt mit zwei Verfinsterungen im Jupitermondsystem (näheres siehe hier) aus. Beide Male gerät die Io in den Schatten des Ganymed. Um 1:00:56 MEZ bricht ihr Glanz um immerhin 2,1 mag ein.

Gegen 22:45 MEZ wiederholt sich das Schauspiel in noch spektakulärerer Weise. Diesmal kostet es der Io 5,4 mag. Denn diese Verfinsterung ist fast total. Nur eine schmale "Sichel" der Io bleibt unverfinstert. Während dieser Mond Minuten vor und nach dem Ereignis mit 5,6 mag schimmert, verschwindet er zur Mitte des Schattenspiels mit verbliebenen 11 mag praktisch vom Himmel!

Jupiter steht dabei 26 Grad hoch im Osten. Weil die Io zu diesem Zeitpunkt gut 2 Bogenminuten westlich des Jupiters weilt, mag ein Fernglas (am besten montiert auf einem Stativ) durchaus zur Beobachtung ausreichen. Bequemer klappt es mit einem Fernrohr. Eine gute Stunde später knallen die Sektkorken.
Die Übersicht wird rechtzeitig fortgesetzt.
Alle Angaben für den Großraum Wien, ohne Gewähr und ohne Haftung
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