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Jupiter - Erforschung - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

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Dr. Christian Pinter
Astronomische
Beobachtungstipps
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Jupiter - frühe Forschungsgeschichte
Der erste Planet, den Galileo Galilei mit seinem verbesserten Teleskop ordentlich beobachten konnte, war der Jupiter. Er gleißte im Winter 1609/10 hoch über Padua. Galilei durfte seinen Anblick mit dem anderer heller Sterne in den Sternbildern Stier oder Orion vergleichen.

Fixsterne wären "etwas Glänzendes, das ringsum Strahlen aussendet und funkelt", schrieb er 1610 im Sternenboten. Sie erschienen im wesentlichen punktförmig, wenngleich von starkem Schimmer umgeben: "Der Gesichtswinkel wird nicht von dem eigentlichen Körperchen des Sterns bestimmt, sondern von dem Glanz, der es breit umgibt".
Hingegen sah Galilei den Jupiter als kleine Kugel, "vollkommen rund und wie mit dem  Zirkel gezogen". Der Anblick erinnerte an eine verkleinerte Version unseres Vollmonds.

Tatsächlich muss Galilei selbst mit seinem stärksten Teleskop den Jupiter immer noch etwas kleiner erblickt haben als den Mond mit freiem Auge.

Grafik links: So wird Galilei den Jupiter gesehen haben
Mit seinem nur 30-fach vergrößernden Sehglas war es ihm auch nicht möglich, irgendwelche Details auf dem Planetenscheibchen zu erkennen.

Selbst die starke Abplattung des Jupiter entging ihm: Der raschen Rotation von knapp zehn Stunden wegen ist der Äquatordurchmesser um sieben Prozent größer als der Poldurchmesser. Wer weiß: Vielleicht nahm Galilei dieses Phänomen zwar wahr, interpretierte es aber als optischen Fehler seines Teleskops.
Bei den Babyloniern, Griechen und Römern repräsentierte dieses Gestirn besonders hochrangige Gottheiten. Darauf spielte Galilei an, als er diesen Planeten in seinem Sternenboten als das "edelste"  aller Gestirne bezeichnete.

Grafik links: So sieht Jupiter in einem sehr kleinen, modernen Teleskop aus
Tatsächlich ist Jupiter nach der Sonne der mächtigste Himmelskörper im ganzen Sonnensystem. Im Durchmesser übertrifft er die Erde elfmal, an Masse gleich um  das 318-fache. Würde man ihn zerlegen, könnte man die anderen Planeten mit  seiner Masse quasi noch ein zweites und ein drittes Mal erschaffen.

Mit einem 1,5 Meter langen Teleskop des römischen Instrumentenbauers Giuseppe Campani erspähte Giovanni Cassini, Bologna, ab 1663 Flecken auf dem Planeten. Diese nutzte Cassini, um die Rotationszeit Jupiters zu bestimmen. Er kam auf 9 Stunden 50 Minuten. Tatsächlich dauert ein Tag auf Jupiter nur sechs Minuten länger.

Cassini trug offenbar auch ein ausgedehntes Gebilde in seine Jupiterzeichnungen ein, bei dem es sich möglicherweise bereits um den Großen Roten Fleck handelte. Später, in Paris, erkannte Cassini dann auch endlich die abgeplattete Form der Jupiterkugel.
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