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Venus - Mythologie - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

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Dr. Christian Pinter
Astronomische
Beobachtungstipps
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Die Venus - Mythologie
Die Venus spielt eine Doppelrolle. Sie kann die himmlische Bühne als Abendstern oder als Morgenstern betreten. In sehr, sehr ferner Vergangenheit ahnten Menschen nichts von diesem Zwillingscharakter. Sie glaubten tatsächlich, es mit zwei verschiedenen Wandelgestirnen zu tun zu haben.

Ovid wusste es natürlich schon besser. Dennoch ließ er mytholische Erinnerungen an diesen Irrtum in seinen Metamorphosen anklingen. Er nennt die Venus in der Morgendämmerung literarisch Phosphorus, jene in der Abenddämmerung hingegen Hesperus.
Die jeweilige Sichtbarkeitsdauer der Venus am Morgen- bzw. Abendhimmel ähnelt grob jener einer menschlichen Schwangerschaft - vielleicht ist das der Grund, warum man diesen Wandelstern mit einer weiblichen Gottheit verband.
Im Zweistromland wurde die Venus unter den Namen Inanna bzw. Istar verehrt. Sie galt als Liebes- und als Kriegsgöttin. Die Griechen tauften die für die sinnliche Liebe zuständige Gottheit Aphrodite.

Foto links: Aphrodite, Terracotta-Figur, Stoa des Attalos, Athen
Die alten Griechen verwoben die Liebesgöttin Aphrodite außerdem mit dem Kupfer, weshalb man ihr auf der kupferreichen Insel Zypern besonders huldigte.


Links: Auch die Venus-Figur im Naturhistorischen Museum Wien erzählt von der vermeintlichen Verbindung zum Kupfer.
In manchen griechischen Stadtstaaten ehrte man die Liebesgöttin mit dem Monatsnamen Aphrodision. Davon leiten sich wohl die Aphrodisia ab - ein Fest, das von Hetären gefeiert wurde. Anders als die sogenannten "Flötenmädchen" nahmen diese gebildeten Damen (griech.: eigentlich Gefährtinnen) einen sozial höheren Rang ein.

Ebenfalls auf den Namen der Aphrodite gehen die Aphrodisiaka zurück: Allerlei Nahrungsmittel und sonstige Mittelchen, denen man eine die Libido steigernde Wirkung nachsagte.
Die Römer setzten die Aphrodite mit ihrer Göttin Venus gleich, zuständig vor allem für die sinnliche Liebe. Venus war die (letztlich wenig erfolgreiche) Schutzgöttin von Pompeji.

Der 1. April galt ihr als Feiertag, wobei sich der Monatsname selbst vielleicht von Aphrodite herleitet - oder von aperire (lat.: öffnen, z.B. im Zusammenhang mit Knospen).
Die Festivitäten am 1. April zu Ehren der Venus hießen jedenfalls Veneralien. Sehr viel später prägte man den Begriff venerische Krankheiten in Anspielung an die göttliche Venus und die Liebeslust.

Der englisch Friday aber auch unser deutscher Wochentagsname Freitag gehen wohl auf die nordische Göttin Frigg zurück. Sie galt als Gemahlin Odins (siehe Merkur) und damit auch als Schutzgöttin der Ehe. Im südgermanischen Raum wurde diese Göttin Frija genannt.

Das klingt ähnlich wie Freya - eine Gottheit, die in nordischen Mythen die Rolle der Liebesgöttin einnahm. Mitunter, aber wahrscheinlich irrtümlich, wird daher Freya, nicht Frigg, als Namensgeberin des Freitags genannt. Der norwegische Wochentagsname fredag führt ebenfalls auf diese falsche Fährte.
Alle Angaben ohne Gewähr
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