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Jupiters Monde - Ereignisse - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

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Dr. Christian Pinter
Astronomische
Beobachtungstipps
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Jupiters Monde - Ereignisse
Jupiter wird von vier großen Monden umkreist. Deren Stellungsspiel ist abwechslungsreich. Diese vier Trabanten warten außerdem mit Schattenspielen und gegenseitigen Begegnungen auf. Mit passender Software lassen sich solche Ereignisse vorherberechnen und grafisch darstellen. Das erleichtert die gezielte Beobachtung.

Je näher ein Mond dem Jupiter steht, desto häufiger kommt es zu den im folgenden beschriebenen Ereignissen. Die Io und die Europa sind daran häufiger beteiligt als der weiter abstehende Ganymed.

Bei der noch entfernter kreisenden Kallisto treten solche Phänomene nur in langen Zeitintervallen ein, deren Mitten jeweils sechs Jahre auseinander liegen. Kallisto-Ereignisse sind entsprechend selten: 2026/27 dürfen wir aber auch bei diesem Mond damit rechnen.


Der Durchgang eines Mondes

Die Monde ziehen oft vor Jupiter vorbei - man spricht dann von einem Durchgang (auch Passage oder Transit genannt). Zur Beobachtung braucht man ein Teleskop. Vor dem Jupiterscheibchen sind die Monde mangels Kontrast aber kaum zu erkennen. Hier ein paar Tipps, wie die Sichtung dennoch gelingen kann:
Der Jupitermond Kallisto im Transit: Er verrät sich hier als dunkler Fleck. Allerdings wurde der Kontrast bei der Bildbearbeitung arg verstärkt
Die Monde besitzen unterschiedliche Helligkeiten pro Flächeneinheit: Am glänzendsten ist der frisch anmutende Eisboden Europas, gefolgt von den Vulkanlandschaften Ios, dem eingedunkelten Eispanzer Ganymeds und der relativ dunklen, ebenfalls eisigen Kallisto.

Jupiters Bänder sind dunkler als die Zonen. Der Planetenrand wirkt ebenfalls dunkler. Bei einem Transit vor dem Jupiterscheibchen ergeben sich, je nach Mond, entsprechend unterschiedliche Kontraste.
Der Mond Europa und sein dunkler Schatten auf dem Jupiter. Der helle Mond selbst erreicht gerade den rechten Jupiterrand (da muss man genau hinschauen).
Vor allem die Io, aber auch noch Ganymed und Kallisto, fallen am leichtesten vor einer hellen Zone auf. Sie sind in Randlage schwieriger zu erkennen.

Anders die helle Europa: Sie sucht man am besten vor einem dunklen Band. Auch am Rande Jupiters erspäht man sie leichter. Eine solche Randlage tritt kurz nach dem Beginn eines Transits bzw. kurz vor dessen Ende ein (siehe Foto oben).

Mit einer passenden Software - siehe unten - kann man sich gut darauf vorbereiten.
Der Schattenwurf eines Mondes

Anders als die Monde selbst sind deren schwarze, aber winzige Schatten auf dem Jupiterscheibchen recht gut im Amateurteleskop zu sehen. Das ist dem enormen Kontrast geschuldet.

Ein Beispiel für einen solchen Schattenwurf sahen Sie auf dem Foto oben (nahe der Bildmitte).
Hier ist der Mondschatten noch besser zu erkennen:

Die Io wirft ihren Schatten auf Jupiter. Man beachte die rötliche Tönung des vulkanischen Mondes.

Alle Fotos: C. Pinter
Die Verfinsterung eines Mondes

Zudem verschwinden die Monde auch in Jupiters Schatten, wie schon Galileo Galilei bemerkte.

Um die Schiffsposition auf hoher See zu bestimmen, brauchte man ein Instrument zur Messung von Gestirnhöhen: Aber auch eine präzise Uhr, die den dazugehörigen Zeitpunkt verriet. Galilei schlug vor, die Io als „Himmelsuhr“ zu nutzen: Dieser flinke Mond verschwindet alle zwei Tage einmal in Jupiters Schatten.

Giovanni Cassini studierte diese Verfinsterungen genau und berechnete sie auch vorher. Im 17. und 18. Jahrhundert nutzte man diese Ereignisse tatsächlich als Himmelsuhr, setzte sie als Zeitgeber bei der Bestimmung der geografischen Länge ein.

Der damals in Paris tätige Däne Olaus Römer entdeckte 1676 scheinbare Verzögerungen der Verfinsterungen - relativ zu Cassinis Prognosen. Die Verspätungen nahmen zu, je weiter Jupiter von der Erde abstand. Römer zog daraus einen folgenreichen Schluss:

Das Licht benötigt offenbar Zeit, um uns die Kunde der Verfinsterung zu überbringen. Es ist also nicht beliebig schnell unterwegs, wie etwa Kepler oder Cassini meinten. Vielmehr muss es eine endliche Ausbreitungsgeschwindigkeit besitzen. Der Däne legte erstmals einen in der Größenordnung richtigen Wert für die Lichtgeschwindigkeit vor.

Um den Oppositionstermin herum ist das Eintauchen von Monden in Jupiters Schatten nicht wirklich beobachtbar - denn dieser Schatten kommt dann aus unserer Perspektive genau hinter dem Planeten zu liegen und wird vom Jupiterscheibchen verdeckt.


Die Bedeckung eines Mondes

Eher theoretischer Natur ist das aufgelistete Ereignis namens Bedeckung. Hier schiebt sich Jupiter vor den jeweiligen Mond. Wegen des großen Helligkeitsunterschieds zwischen dem Jupiter und dem betroffenen Mond sind Anfang und Ende solcher Bedeckungen schwer zu erkennen. Am ehesten gelingt das noch den Astrofotografen.
Mehrfachereignisse

Mitunter erahnt man einen Mond vor dem Jupiterscheibchen (Durchgang), während der Schatten des Mondes gleichzeitig als dunkler Fleck zu erkennen ist.

Manchmal werfen auch zwei Monde, selten drei, ihre Schatten gleichzeitig auf die Planetenkugel. Das sind dann wahre Leckerbissen für Sternfreunde.
Hier sieht man Europa und den helleren Ganymed sowie den Schatten der beiden im Süden Jupiters (30.12.2023)
Events zwischen zwei Monden

Es gibt auch Ereignisse zwischen zwei Jupitermonden: Ein Mond kann sich dem anderen aus unserer Perspektive intim nähern, ihn bedecken oder seinen Schatten auf ihn werfen. Näheres dazu lesen Sie hier.
Beobachtungsaufgaben
  • Erkennen Sie im Teleskop den Schatten eines Mondes auf Jupiter?
  • Erspähen Sie gelegentlich einen Mond selbst vor der Jupiterscheibe?
  • Fällt dies unmittelbar am Planetenrand leichter oder schwerer?
  • Wie genau ist der Zeitpunkt des Eintauchens eines Mondes in Jupiters Schatten bestimmbar?
Fototipps gefällig?
    Eine CCD/CMOS-Kamera am Teleskop hält unschwer die Schattenwürfe der Monde auf dem Planeten fest. Gelegentlich fängt sie auch einen Mond selbst vor dem Jupiterscheibchen ein.
    Software für Jupitermond-Beobachter
    Die auf der Jupitermond-Seite vorgestellten Programme berechnen teilweise auch Ereignisse Mondsystem bzw. halten diese grafisch fest. Dies gilt z.B. für



    Alle Angaben ohne Gewähr
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