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Uranus-Entdeckung - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

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Dr. Christian Pinter
Astronomische
Beobachtungstipps
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Uranus - Entdeckung
Der 1738 geborene Deutsche Wilhelm Herschel musizierte im Orchester des renommieren englischen Kurorts Bath.

Gleichzeitig zog ihn die Astronomie in ihren Bann. Mit selbstgebauten Teleskopen durchmusterte er den Himmel, zunächst nach Doppelsternen.

Links: Abbildung aus
Wilhelm Meyer, Weltgebäude (1914)


Zunächst hielt auch Herschel die Doppelsterne noch für rein perspektivische Effekte - also für Sterne höchst unterschiedlicher Erddistanz, die wir nur zufällig in gleicher Sichtrichtung erblicken (später sollte Herschel bei etlichen Sternen genau das Gegenteil beweisen).

Als perspektivisches Phänomen sollte der nähere Sterne eine kleine jährliche Bewegung in Relation zum ferneren zeigen, in Widerspiegelung der Erdbewegung um die Sonne. Man hätte diese Erdbahnparallaxe nützen können, um die Erdentfernung des näheren Sterns abzustecken.

Herschel, damals noch Amateurastronom, nutzte jede klare Stunde, um sein Spiegelteleskop von 16 cm Durchmesser aufs Firmament zu richten. Er fahndete nach möglichst engen Doppelsternen mit höchst ungleicher Helligkeit. Dabei stieß er am 13. März 1781 auf ein eigentümliches, bei hoher Vergrößerung grünliches Objekt.

Es stand im Grenzbereich zwischen den Sternbildern Stier und Zwillinge. Und weil der Messier-Katalog 1771 erstmals erschienen war, hätte man dessen Position auch so ausdrücken können: Das Objekt lag etwa auf halbem Weg zwischen den Messier-Objekten M1 und M35.

Wer möchte, mag sein Teleskop an die entsprechende Stelle des Himmels richten. Koordinaten laut GUIDE: RA: 5h 49m 07.7s  De: +23° 38' 23" (2000)
So muss Herschel den Uranus am Entdeckungstag erblickt haben (Bildfeld hier 0,5°)
Zuerst dachte Herschel an einen neuen Kometen. Doch bald war ihm klar, "etwas Besseres" entdeckt zu haben. Denn bei hoher Vergrößerung entpuppte sich das Objekt als kreisrund und klar umrissen. Kein Zweifel: Das langsam dahin wandelnde Gestirn musste ein bislang unbekannter, siebenter Planet sein.

Der aus dem oberösterreichischen Achleiten stammende Placidus Fixlmillner arbeitete unter anderem als Astronom, und zwar an der Sternwarte des Benediktierstifts Kremsmünster - die sein Onkel 1748 hatte bauen lassen.

Fixlmillner gelang es, aus Vermessungen der Uranusörter dessen Umlaufbahn samt Umlaufszeit (84 Jahre) zu berechnen. Unter Anwendung des 3. Keplerschen Gesetzes (kurz: Umlaufszeit ² = große Halbachse ³) wurde klar:

Herschels Fund verdoppelte den Radius des bis dahin bekannten Planetensystems. Dieses wuchs von 9,6 (Saturn) auf 19,2 (Uranus) Erdbahnhalbmesser.
Der Fund machte Herschel berühmt: Einen Königlichen Astronomen gab es schon in Greenwich. Also kürte der König den Uranus-Entdecker zum Hofastronomen. Mein Buch Helden des Himmels erzählt auch diese Geschichte.
Uranus am 4.2.2025 (f = 2050, Drizzle 1,5 x und Nachvergrößerung 2 x)
Herschel bedankte sich bei Georg III., indem er das neue Gestirn Georgium sidus taufte. Andere Astronomen konnten mit diesem Hofknicks wenig anfangen. Sie brachten die kleinasiatische Fruchtbarkeitsgöttin Kybele oder die römische Kriegsgöttin Minerva als Namensgeberin ins Spiel.

Der in Hamburg geborene Johann Elert Bode beobachtete das Gestirn als erster von deutschem Boden aus.
Er schlug den griechischen Himmelsgott Uranos (in dessen latinisierter Form Uranus) als Namenspatron vor.

Übrigens:
Der Himmel kann im Griechischen noch immer Uranos genannt werden.

Links: Porträt Johann Elert Bodes aus seinem Buch Anleitung zur Kenntniß des Gestirnten Himmels (Berlin 1783)
Der alte Gott Uranos wurde laut Mythologie von seinem Sohn Kronos (römisch: Saturn) entmannt und gestürzt, der Gott Kronos später wiederum von seinem eigenen Spross Zeus (römisch: Jupiter). Die Kunstgeschichte kennt nur wenige Bilder oder Statuen, die den alten Uranos zeigen.

Bode stöberte auch mehrere alte Beobachtungen auf, bei denen Uranus noch für einen bloßen Fixstern gehalten wurde. Die früheste stammte aus 1690. John Flamsteed hatte den Wandelstern damals im Sternbild Stier katalogisiert. Später erhielt diese Eintragung die "Flamsteed-Nummer" 34 Tauri. Bahnstörungen an Uranus sollten später zur Entdeckung des Planeten Neptun führen.
Das 1789 vom Chemiker Martin Heinrich Klaproth entdeckte Element Uran wurde bereits nach dem Planeten Uranus benannt.



Links: Im Granit, aus dem der Sockel des Goethe-Denkmals an der Wiener Ringstraße besteht, steckt vergleichsweise viel Uran. Der Geigerzähler belegt das
Alle Angaben ohne Gewähr!
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