Pluto - Beobachtung
Der Pluto gilt heute nur noch als ein mit 2.377 km Durchmesser vergleichsweise groß geratenes Mitglied unter den Transneptunischen Objekten (TNOs). Er ist auch das einzige transneptunische Objekt, das unter günstigsten Bedingungen visuell, also mit dem Auge am Fernrohrokular, erspäht werden kann.
Bei den kommenden Oppositionen weilt Pluto im Steinbock, und damit sehr südlich. Die nächste Opposition steht am 26.7.2026 an, mit einer Erddistanz von 34,55 AE (5,17 Milliarden km). Pluto erreicht dann eine Helligkeit von 14,6 mag. Sein Scheibchen liegt mit 0,1" sehr weit unter der theoretischen Auflösung von Amateurteleskopen.
Pluto Opposition am 26. Juli 2026 fällt wiederum in die Zeit der recht kurzen Sommernächte, wo die Dämmerung spät endet und bald wieder einsetzt. Auch Mondlicht ist zu meiden. Es hellt den Himmel zu sehr auf.
Um die Oppositionszeit herum erreicht Pluto seinen Höchststand, der Sommerzeit wegen, gegen 1 Uhr MESZ. Selbst dann hockt er niedrig überm Südhorizont, erklimmt in Ostösterreich nicht einmal 19 Grad Höhe.
Daraus ergeben sich zwei jeweils zweiwöchige, brauchbare Sichtfenster (dazwischen stört der Mond):
- Juli 2026: 11./12. - 25./26., jeweils 1 Uhr MESZ
- August 2026: 8./9. - 21./22., jeweils 0 Uhr MESZ
Die beiden folgenden Grafiken, erstellt mit GUIDE, zeigen Plutos Bewegung während dieser beiden Zeitintervalle.
Bei knapp 15 mag bedarf es außerdem eines Fernrohrs mit mindestens 20 cm Öffnung, um ihn visuell zu beobachten.
Außerdem braucht man einen absolut dunklen Himmel, wie er wohl nur noch im Gebirge existiert. Man wird hohe Vergrößerungen einsetzen und indirektes Sehen anwenden.
Foto links: Visuell in Wien keine Chance mehr, fotografisch schon
Am einfachsten ist es, diesen Himmelskörper mit einem Goto-Teleskop anzupeilen. Natürlich ist eine sehr genaue Vergleichskarte nötig, um sicher zu stellen, dass man tatsächlich Pluto erspäht - und nicht einen schwachen Fixstern. Aufsuchkarten lassen sich z.B. mit der Software Guide (USA) anfertigen.
Außerdem empfiehlt es sich, Pluto mehrmals ins Visier zu nehmen. Er wandert um die Opposition herum täglich um etwa eineinhalb Bogenminuten weiter nach Westen ("rechts"). Diese Bewegung mag ihn verraten.
Sie stammt aber primär nicht vom langsamen Pluto selbst, sondern ist eine Widerspiegelung der Erdbewegung. Die extrem weit entfernten Fixsterne sind davon nur unmerklich betroffen.
Fototipp gefällig?
Mit der Kamera geht es auch hier wieder leichter als mit dem Auge am Teleskop, weil die Fotografie schwache Lichteindrücke während der Belichtungszeit summiert. Das klappt bei punktförmig erscheinenden Objekten sogar in der Großstadt, wenngleich mit Abstrichen. Mein Foto unten belegt dies.
Pluto bei einer früheren Opposition. Mittlerweile ist er etwas weitergewandert
Plutos Monde
Mit seinem Mond Charon darf Pluto angeben: Mit 1212 km zählt Charon zwar nicht zu den absolut größten Monden im Sonnensystem. Doch relativ zu Pluto kann er sich sehen lassen: Charon ist mehr als halb so groß wie der Zwergplanet selbst und bringt es auf ein Fünftel von dessen Helligkeit.
Charon wurde zwar 1978 fotografisch von der Erde aus entdeckt, doch bleibt er ein extrem schwieriges Objekt. Zur Opposition 2026 erreicht er 16,3 mag und ist etwa 0,7" von Pluto entfernt - was in etwa der theoretischen Auflösung eines Achtzöllers entspräche.
Gelingt uns ein fotografisches Porträt des Pluto, so stammt ein Teil des Lichts in Wahrheit von dessen Mond Charon. Das Paar bleibt unaufgelöst. Mir ist kein Amateur bekannt, der Charon schon einmal separat im Bild eingefangen hätte.
Pluto nennt außerdem mehrere kleine Monde von der Dimension irdischer Städte sein Eigen: Nix, Hydra, Kerberos und Styx. Deren Umlaufszeiten sind resonant zu der des Charon, was dessen Bedeutung für das Plutosystem unterstreicht. Allerdings sind diese Kleinmonde allesamt schwächer als 24 mag - und für uns somit völlig außer Reichweite.
Beobachtungsaufgaben
- Gelingt es Ihnen unter besten Bedingungen Pluto im Teleskop zu erspähen?
- Können Sie ihn durchs Fernrohr fotografieren?
Alle Angaben ohne Gewähr