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Kosmische Strahlung - Vorteile - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

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Dr. Christian Pinter
Astronomische
Beobachtungstipps
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Die kosmische Strahlung - gute Seiten?
Einem Phänomen, das für Krebstote verantwortlich zeichnet, mag man ungern gute Seiten zugestehen. Dennoch beziehen wir aus der kosmischen Strahlung mitunter auch Vorteile.
Chronometer im All
Die kosmische Primärstrahlung dringt bis zu einem Meter tief ins Gestein von Meteoriten ein, solange sich diese im Weltall befinden. Da sie zuvor Teil eines größeren Himmelskörpers waren, begann die Bestrahlung meist erst mit dem Auseinanderbrechen des Mutterkörpers. Sie endete mit der Landung am Erdboden.

Während dieser Zeit bewirkte die kosmische Primärstrahlung Kernreaktionen im Meteoriten. Aus Eisen-56 wird z.B. Mangan-53. Die Häufigkeit solcher Tochterkerne ist Indiz für die Dauer der Bestrahlung. Kurzum: Das Bestrahlungsalter verrät uns die Flugdauer des Meteoriten.

Die meisten H-Chondrite waren der kosmischen Strahlung an die 8 Jahrmillionen ausgesetzt - sie wurden offenbar damals beim Auseinanderbrechen des selben Mutterkörpers freigesetzt. L-Chondrite "irrten" hingegen vor allem zwischen 15 und 50 Mio. Jahre durchs Sonnensystem. Die sehr diversen Eisenmeteorite waren oft hunderte Mio. Jahre unterwegs vom Asteroidengürtel bis zur Erde.

Auf Meteorite aus näheren Quellen wirkte die kosmische Strahlung kürzer ein: Auf Marsmeteorite 3 bis 12 Mio. Jahre, auf Mondmeteorite weniger als 1 Mio. Jahre.
Der Meteorit Gao, ein H-Chondrit
Chronometer auf Erden
In der irdischen Lufthülle kommt Kohlenstoff vor allem als Kohlenstoff-12 vor. Die kosmische Strahlung wandelt C-12 in großen Höhen teilweise ins Isotop Kohlenstoff-14 um, das mit einer Halbwertszeit von 5.700 Jahren in Stickstoff-14 zerfällt.

Während dieser Zeitspanne wird Kohlenstoff-14 u.a. von Lebewesen (v.a. Pflanzen) aufgenommen. Das Verhältnis der Isotope C-14 zu C-12 verrät daher, wann dieses Wesen gestorben ist.

Die C-14-Methode eignet sich somit zur Datierung von kohlenstoffhaltigen, organischen Materialen. So ließ sich z.B. ein aus einem Hirschgeweih erschaffenes Werkzeug im Salzbergwerk Hallstatt auf ein Alter von 7.000 Jahre datieren - und zwar am Naturhistorischen Museum in Wien.
Ein Motor der Evolution?
Das eben erwähnte Museum war im 19. Jahrhundert als "Tempel der Evolution" gestaltet worden.
Mutationen sind nötig für die Entwicklung der Arten. Die kosmische Sekundärstrahlung trägt zur Entstehung von Mutationen bei.

Für den einzelnen ist die strahlungsbedingte Veränderung der DNA problematisch. Für die Entwicklung der Arten war sie mutmaßlich eine von mehreren Antriebsfedern. Strittig ist, wie entscheidend ihr Anteil war.
Alle Angaben ohne Gewähr
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