Direkt zum Seiteninhalt

Uranus-Beobachtung - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

Menü überspringen
Dr. Christian Pinter
Astronomische
Beobachtungstipps
Menü überspringen
Uranus - Beobachtung
Uranus braucht 84 Jahre für einen Umlauf. Seit seiner Entdeckung hat er also rund vier Umläufe geschafft. Im Teleskop sollte seine grünliche Tönung auffallen. Sie entsteht, weil Methan in der Atmosphäre dieses Planeten rotes Sonnenlicht verschluckt. Der Planet selbst ist, ähnlich wie die Sonne, primär aus Wasserstoff und Helium geformt. Das hat er mit seinem äußeren Nachbarn, dem Neptun, gemein.
Genau genommen ist Uranus so wie Neptun türkis, also blau-gün: Jedoch mit einem leichten Überschuss von Grün, statt von Blau. Er erhielt nur einmal Besuch - 1986 raste die US-Sonde Voyager 2 an ihm vorbei (Foto: NASA)
Mit der Entdeckung des Uranus verdoppelte Herschel den Radius des bekannten Planetensystems. Denn Uranus kreist in gut 19-facher Erddistanz um die Sonne. Er bekommt damit kaum ein 370-stel des uns vertrauten Sonnenlichts ab - das sind 2,7 Promille.

Uranus übertrifft die Erde im Durchmesser um grob das Vierfache. Daher wäre er am wirklich dunklen Sternenhimmel trotz seiner gewaltigen Ferne gerade noch mit freiem Auge zu erspähen. Die Alten bemerkten ihn nicht. Erst 1781 wurde er als Wandelstern identifiziert - und damit entdeckt.

In der lichtverschmutzten Stadt kommt man aber definitiv nicht ohne ein Fernglas aus. Freilich muss man wissen, wohin man das Gerät zu richten hat.
Uranus vor und nach der Opposition 2025
Uranus weilt derzeit im Stier und stand am 21. November 2025 in Opposition. Wir finden ihn unterhalb der berühmten Plejaden. Der Kreis in obiger Grafik markiert ein Fernglasgesichtsfeld von 7 Grad. Im Mai 2026 klingt seine Abendsichtbarkeit aus.

Die nächste Opposition folgt am 25. November 2026. Wenige Wochen später erwartet historisch interessierte Sternfreunde ein ganz spezieller Leckerbissen - darüber lesen Sie dann rechtzeitig auf dieser Seite!
Uranus bewegt sich langsam weiter. Wer mag, kann sich entsprechende Aufsuchkarten mit preiswerter Software wie Guide (Autor: Bill Gray, USA) erstellen. Die Koordinaten des Planeten finden Sie hier.
Uranus am 25.11.20206 im Fernglas.
Die Spur reicht vom 1. September (links) bis 31.1.2027 (rechts)
Vor allem aber empfehle ich den Kauf eines Teleskops mit Goto-Funktion bei der Suche nach derart lichtschwachen Himmelsobjekten.

Auch der Blick durch die Teleskope der beiden Wiener Volkssternwarten (Urania und Kuffner-Sternwarte) oder der mobilen Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) bietet sich an: Vielleicht richtet man da ein Instrument auf Wunsch auf den fernen Planeten.
Uranus fotografiert mit 2000 mm Brennweite und einer DSLR
Im etwas größeren Teleskop sollte man anstatt eines Lichtpunkts ein winziges Scheibchen mit 3,8 Bogensekunden Durchmesser erkennen. Um Uranus im Fernrohr unter dem gleichen Winkel zu sehen wie den Mond mit freiem Auge, müsste man weit über 400 mal vergrößern. Die Luftunruhe und andere optische Effekte lassen derart starke Vergrößerungen nicht zu.

Selten gelang es, gelegentlich auftauchende helle Flecke auf Uranus' Antlitz zu erspähen. Diese Sturmgebiete sollen sich mitunter in Teleskopen ab 9 Zoll Öffnung zeigen. Schon in etwas kleineren Teleskopen sollte die eigentümliche Tönung des Planeten auffallen. Fixsterne sind im Gegensatz dazu niemals wirklich grün.
Beobachtungsaufgaben
  • Erspähen Sie den Uranus - sehr fern der Stadt - mit freiem Auge?
  • Können Sie ihn im Fernglas auffinden?
  • Zeigt er sich im Fernrohr als kleines Scheibchen?
  • Nehmen Sie dessen farbliche Tönung wahr?
  • Wie würden Sie diese Farbe bezeichnen?
  • Machen Sie vielleicht sogar einen oder zwei Uranus-Monde aus?
Fototipps gefällig?
Um Uranus als einfaches Lichtpünktchen abzubilden, genügt nötigenfalls schon eine DSLR mit Weit-, Normal- oder Teleobjektiv.

Will man den Uranus hingegen als Scheibchen darstellen, muss man mit möglichst kurzer Belichtungszeit durchs Teleskop fotografieren. Das geht nötigenfalls mit der DSLR. Besser wird das Ergebnis aber mit einer CCD/CMOS-Kamera.

Um die noch viel schwächeren Uranusmonde einzufangen, mag man die
DSLR oder eine
CCD/CMOS-Kamera am Teleskop montieren. Anzuwenden sind dann die Verfahren der Deep Sky Fotografie.

Alle Angaben ohne jegliche Gewähr oder Haftung. Ich übernehme keine Verantwortung für die Inhalte, Preisangaben oder Handlungen anderer Sites, auf die sich Links meiner Web-Seiten richten.
Zurück zum Seiteninhalt